Teheran im Sommer 2007: Die 19-jährige Studentin Reyhaneh Jabbari hat für ihren Nebenjob als Innenarchitektin einen Geschäftstermin mit einem neuen Kunden. Als er versucht, sie bei der Besichtigung von Räumlichkeiten zu vergewaltigen, ersticht sie ihn in Notwehr. Noch am selben Tag wird sie wegen Mordes verhaftet und später vor Gericht zum Tode verurteilt. Sieben Jahre lang sitzt sie im Gefängnis und kämpft mit ihrer Familie für Gerechtigkeit. Trotz nationaler und internationaler Bemühungen bleibt die iranische Justiz bei ihrem Urteil mit Verweis auf das „Recht auf Blutrache“. Solange Reyhaneh ihre Aussage nicht widerruft, darf die Familie des Mannes ihren Tod verlangen. Reyhaneh zieht ihre Aussage nicht zurück und wird im Alter von 26 Jahren hingerichtet.
Der Film rekonstruiert mithilfe von heimlich aufgenommen Videos, Briefen, die Reyhaneh im Gefängnis schrieb, und Zeugenaussagen ihrer Familie den Prozess und die Inhaftierung. Er zeichnet das Schicksal der jungen Frau, die zum Symbol des Widerstands und des Kampfes für die Rechte der Frauen im Iran wurde.
»Gebannt verfolgen wir die Geschichte einer jungen Frau, die sich der institutionalisierten männlichen Gewalt widersetzt. Dabei entsteht das einfühlsame Porträt einer Familie, die im Kampf gegen ein Unrechtsregime zerrissen wird. Anhand einer Vielfalt von dokumentarischen Materialien spannt der Film einen stringenten Erzählbogen«, urteilte die Jury des Kompass-Perspektive-Preises der Berlinale. »Dieser Film tut weh und verstört. Gleichzeitig ist die Begegnung mit der jungen Protagonistin Reyhaneh inspirierend und lässt uns mit einem Funken Hoffnung zurück.«
»Sieben Winter in Teheran« wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem »Deutschen Filmpreis« in den Kategorien Bester Dokumentarfilm und Bester Schnitt, mit dem »Bayerischen Filmpreis«, dem »Friedenspreis der Berlinale«, dem »Friedenspreis des Deutschen Films«, dem »Kompass-Perspektive-Preis« der Berlinale oder dem »Roman Brodmann Preis, F:act Award» (CPH Dox).
Die preisgekrönte Produzentin Melanie Andernach ist seit Dezember 2025 Professorin für Kreativ Produzieren an der ifs internationale Filmschule Köln. Sie ist selbst Absolventin des Studienschwerpunkts Kreativ Produzieren im BA Film der ifs und hat nach ihrem Studium gemeinsam mit Knut Losen die Produktionsfirma MADE IN GERMANY gegründet. MADE IN GERMANY entwickelt und (ko-)produziert hochwertige Dokumentar- und Spielfilme für das deutsche, europäische und internationale Publikum, darunter neben »Sieben Winter in Teheran« zahlreiche weitere ausgezeichnete Filme wie »Vergiss Meyn nicht« (u. a. Nominierung Deutscher Filmpreis, Bester Dokumentarfilm Filmkunstfest MV), »Lingui« (u. a. Premiere im Wettbewerb Cannes, Beste Koproduktion Filmfest Hamburg), »Talking About Trees« (u. a. Panorama Publikumspreis der Berlinale) oder »Dark Eden« (u. a. Grimme-Preis).
Anschließend Filmgespräch mit Produzentin und ifs-Professorin Melanie Andernach
Eine Veranstaltung der ifs Internationale Filmschule Köln im Rahmen des Filmforums NRW e. V.
Infos unter 0221-920188-231 oder info@filmschule.de
| Eintritt: €
| ermäßigt: €
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| Treffpunkt: Filmforum NRW
| Eintritt frei